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Heute ist Freitag, der 19. Juli 2024

Schlagberichte:
SG Kühnen - Peters, Goch (D)


Beginn im Taubensport - Wiedereinstieg

Werner Kühnen, heute 70 Jahre alt und wohnhaft im niederrheinischen Ort Goch, hatte seit seinem 12. Lebensjahr Brieftauben. Allerdings wurden 1972 alle Tauben abgegeben, weil sein Onkel (Nachbar) absolut gegen Tauben war.

Der Kontakt und das so genannte “Brieftaubenvirus” blieb allerdings bestehen und 1998 beschloss er einen Neuanfang zu starten. Er bekam von diversen Sportsfreunden aus der Umgebung Jungtauben und so nahm er 1998 erstmals wieder mit 61 Jungtauben am Reisegeschehen teil. Auf Anhieb wurde die 7. Jungtiermeisterschaft und einige Spitzenpreise gewonnen. Ein gelungener Wiedereinstieg. Die Faszination Brieftaube hatte dadurch auch das Interesse seines Enkels, Christian Peters, geweckt. Somit steht man seit 1999 unter dem Namen SG Kühnen - Peters in der Preisliste.


Christian Peters und Werner Kühnen


Aufbau Zuchtschlag

Die ersten richtig guten Tauben wurden 1999 auf der Totalversteigerung von Hans Voss aus Goch erworben. Dieser reiste stark mit Weibchen und gewann etliche Meisterschaften, auch überregional. 2 Vögel sollten es sein. 2 Brüder. Ein dunkler und ein blauer. Mütterlicherseits gehen sie auf die van der Wegen Rasse über Hans Eijerkamp zurück, väterlicherseits ist es die Linie des “30” von H.R. Reimann. Beide brachten inzwischen mit verschiedenen Weibchen sehr gute Reisetauben, die von 100 km bis 1000 km Spitze fliegen.

2001 dann las Christian den Bericht über den 1. Int. Perpignan 2001 der Familie Menne und Töchter aus Hamminkeln. Er war begeistert von dieser riesigen Leistung, das Tauben aus solchen Entfernungen, teilweise hunderte Kilometer allein fliegend, die Stärke und Ausdauer besitzen, nach Hause zu kommen. Christian fuhr daraufhin mit dem Zug nach Hamminkeln und bekam von Friedhelm Menne den roten Vogel 05583-02-636 geschenkt. Dies ist ihm heute noch in schöner Erinnerung. Mittlerweile pflegt man ein sehr gutes Verhältnis zur Familie Menne und ein Großteil der Zuchttauben geht auf diesen Schlag zurück.

Im Laufe der Jahre kamen so u. a. Kinder von “Carolina” 1. Int. Bergerac 2003, “Black Power” 1. Nat. Perpignan 2004, “Diamant” Nestschwester von “Smaragd” Primus inter Pares 2005, nach Goch. Des weiteren kamen 2 Brüder vom “Nachtflieger” 1. Nat. Bordeaux 1998 und 2 Geschwister von “Susi” 1. Int. Barcelona 2007 auf den Zuchtschlag.

Eine weitere Verstärkung fand man bei Harm Modderkolk in Eefde (NL). U. a. erwarb man einige Enkel des “Black Giant” von Hans Eijerkamp. Dieser Vogel flog u. a. den 1. Nat. Bergerac 1995 gegen 40334 Tb. und entpuppte sich später als starker Vererber.

Weitere Tauben kamen 2007 von der Totalversteigerung des leider verstorbenen Sportsfreund Ralf Peters, Neukirchen Vlyen. Darunter 2 Kinder und 2 Brüder vom “Black Jack” 1. Nat. Pau 1994. Ausserdem Tauben aus den besten Linien der holländischen Weitstreckenspieler Gebr. Kuipers, Neer, Gebr. Frenken und van Doorn fanden so den Weg auf den Zuchtschlag. Komplettiert wird der Zuchtschlag durch einige Originale von Jan Theelen, Buggenum (NL) und einem Enkel des “Gimondi” von Harry und Roger Wijnands aus Maastricht.


Alttaubenführung

Gereist wird hier mit ca. 45 Paaren nach der totalen Witwerschaft. Es wird die Umlaufmethode bevorzugt. Alle Reisetiere werden Anfang April angepaart und nach 7-8 tägigem Brüten wird auf Witwerschaft umgestellt. So erreicht man, dass die Tauben auch auf Perpignan noch gut im Gefieder stehen.


Auf engen Kontakt und ein freundschaftliches
Verhältnis wird wert gelegt


Nach 5 - 10 privaten Trainingsflügen von 5 km - 32 km nehmen die Tauben an 6 - 8 Flügen im RV-Programm teil, bevor sie auf die großen Flüge gehen. Jede Taube nimmt im Schnitt an 3 Weitstreckenflügen teil. Vom 1. Weitstreckenflug an bekommen die Vögel ihre Weibchen immer mittwochs für eine Stunde und bei der Heimkehr ausgiebig zu sehen. Am Einsatztag werden nie Weibchen gezeigt.


Gesunderhaltung

4 Wochen vor den ersten Flügen wird eine mehrtägige Kur gegen Trichomonaden, Kokzidien und Problemen mit den oberen Luftwegen durchgeführt. Während der Reise wird nur nach Bedarf bei einem sehr harten Flug etwas getan. Nachzügler bekommen grundsätzlich eine Spartrix Tablette.

An Zusatzprodukten gibt man ausschließlich die Produkte von Herbots. Sehr gute Erfahrungen und Erfolge hatte man mit Bronchofit, BMT, 4 Öle und dem Race Tonic. Mit diesen naturnahen Produkten bekommt man die Tauben in Topkondition und die Tiere trainieren einmalig. Ausserdem erholen sie sich auch nach schwersten Flügen in Windeseile. Auch wird vor dem Einsetzen zu den Weitstreckenflügen eine Metro-Spülung durchgeführt.

 
Bronchofit und BMT


Jungtauben

Es werden ca. 80 Junge für den Eigenbedarf gezogen. Die Jungtauben werden direkt nach dem Absetzen gegen Paramyxo geimpft. Ab 2008 werden die Jungtauben verdunkelt aus dem Grunde, es den Tieren mit einem vollen Flügel leichter zu machen, nach Hause zu kommen.

Auf Medizin wird verzichtet bzw. nur bei akuter Krankheit wird etwas verabreicht. Man achtet darauf das die Tauben ein stark ausgeprägtes Immunsystem bekommen. Robustheit muss eine gute Weitstreckentaube besitzen. Zur Förderung des Immunschutzes wird vom Absetzen an 1 x wöchentlich Prodigest von Herbots gegeben. Während der Reise bekommen auch die Jungtauben Zusätze von Herbots.


Leistungstauben

Als erstes zu erwähnen ist der Vogel 03607-03-758, genannt “Klitschko”. Er flog bisher 2 x Preis von Pau. Ausserdem Preis von Irun, Perpignan und Marseille. 2007 erringt er den 3. Platz beim Klaus Brucker Ehrenpreis mit 3 Preisen auf den int. Flügen. Ausserdem wird er 4. Nationaler Marathon As-Vogel 2007. Gezogen wurde er aus dem dunklen Voss-Vogel mit einer Täubin von Werner Jorissen, Kervenheim. Blutführung Jos Thone, As (B).

Ein weiterer guter Flieger ist der 03607-05-390. Er flog 2007 beim Weitstreckenflug St. Vincent 1051 km den 3. Preis Nat. und den 89. Int. gegen 3733 Tb. Von Irun 1100 km fliegt er den 9. Preis in der Zone 3 und den 147. Nat. gegen 3398 Tb. Er ist ein Enkel von “Diamant” und geht zu 100% auf Menne zurück.

Ein weiterer guter Flieger ist der dunkle 03607-05-323. Er fliegt bis dato 6 Preise bei 6 Einsätzen über 800 km. Darunter der 74. Preis Zone 3 Barcelona. Ausserdem fliegt er als Jungtaube erfolgreich von Orleans (530 km). Auch er ist ein Sohn des dunklen Voss in Verbindung mit einer Täubin von Modderkolk.

Auch der blaue 03607-04-502 ist ein sicherer Flieger. Er erringt 2007 4 Weitstreckenpreise. Auf Brive 800 km erringt er den 13. Nat., auf Tarbes 1045 km konstatieren wir ihn um 21.51 Uhr am Auflasstag. 15. Nat. und 256. Int. bei 3077 Tb. Zum Ende fliegt er innerhalb von 2 Wochen trotz einmaligem Richtungswechsel den 772. Int. München 548 km bei 13917 Tb. und den 494. Nat. Perpignan. Gezogen aus dem blauen Voss.


Schlaganlage

Die Schlaganlage wurde weitgehend in Eigenregie gebaut. Den Anfang machte die große Witwerschaft. Auf 12,5 m mal 3 m sitzen 28 Witwer. Alle Schläge werden von vorne belüftet. Die verbrauchte Luft entweicht unterm Dach. Eine Vielzahl an Dachfenstern gibt die Möglichkeit, dies zu regulieren - je nach Jahreszeit und Wetter.

Neben dem Witwerschlag befindet sich der passende Weibchenschlag, ausgestattet mit einem Sitzregal. Dort befinden sich Türen zum Einsperren der Reiseweibchen.

Daneben befindet sich der Jungtierschlag mit 2 Abteilen. Des weiteren haben wir 2 Zuchtschläge à 12 Paare. Als letztes wurde ein Schlag für 20 Witwer errichtet, der in Zukunft speziell für die Flüge Pau und Barcelona genutzt werden soll. Die Weibchen dieser Vögel sind in einer Freiflugvoliere untergebracht.


Der Reiseschlag


Fütterung

Beim Futter vertraut man ganzjährig auf die Mischungen der Firma Ovator. Während der Reise füttert man 7 verschiedene Mischungen, je nach Bedarf dem Wetter und Flugverlauf angepasst. So bekommt man die Tauben optimal gefüttert auf die Weitstreckenflüge.

Nach der Heimkehr von einem Weitstreckenflug bekommen die Tauben 5 Tage leichte Kost mit viel Paddyreis. Danach gibt es eiweißhaltige Kost mit viel Soja und Katjang Bohnen. 4 Tage vorher bis zum Einsetzen gibt es dann Fette in Form von geschälten Sonnenblumen, Hanf und anderen Kleinsämereien.

Während der leichten Kost und der Eiweiß-Phase wird morgens knapp und abends bis kurz vor satt Hand für Hand gefüttert. Während der Fett-Phase ändert sich dies. Dann werden kleinere Mahlzeiten gefüttert, um die Futterverwertung zu optimieren. Dies fängt an mit 3 Mahlzeiten pro Tag und steigert sich bis zum Einsetzen auf bis zu 7 kleinere Mahlzeiten. Mit diesem System bekommt man die Tauben kontrolliert auf den “Höhepunkt hin gefüttert”.


Highlights 2007

  • 7. Platz beim Nationalen Marathon
  • 3. Platz Klaus Brucker Ehrenpreis
  • 20. Deutscher Meister der Int. Flüge
  • 4. Nationaler Marathon As-Vogel DV 03607-03-758
  • 11. Meister 3000
  • 4. Meister der deutschen Teilnehmer an den Weitstreckenflügen
    Mitte Niederlande - Deutschland mit Mittagsauflässen

Top-Flüge 2007

  • Perpignan 1026 km 2187 Tb. Nat. 3 ges. - 3 Preise: 108., 332., 494. Preis
  • Tarbes 1045 km 3077 Tb. Int. 8 ges. - 4 Preise: 256., 260. usw. Preis,
    2 Tauben am Auflasstag konstatiert um 21.51 Uhr und 21.54 Uhr.
  • Bergerac 868 km 8273 Tb. Int. 19 ges. - 8 Preise: 111., 454., 546., 612. Preis usw., Nachtflieger Theo in der Auflassnacht um 00.16 Uhr konstatiert.
  • Brive 803 km 4923 Tb. Int. 28 ges. - 13 Preise: 67., 278., 339., 345., 618. Preis usw.
  • National gegen 211 Tb. den 2., 4., 5., 6., 13., 14., 15., 22., 28., 29. Preis usw.
  • München 548 km 13917 Tb. Int. 34 ges. - 14 Preise: 272., 310., 743., 772. Preis usw., Katastrophenflug mit gewaltigen Verlusten
  • Cognac Jährige 827 km 860 Tb. 7 ges. - 3 Preise: 81., 144., 283. Preis

+++ Ende des Schlagberichtes +++



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