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Heute ist Freitag, der 19. Juli 2024


Interview-Bericht Nr. 2008/09:
„Mauserzeit“

Teil I

Frage 1): Wie werden Deine Tauben während der Mauser gefüttert, satt oder kontrollierte Fütterung?




Fam. Houben: In den Wintermonaten wird hauptsächlich ein Mauserfutter gegeben von Mariman, Cerafin und Versele Laga, welches gemischt wird, sowie die Mauserpalette von Herbots. Von Mitte Dezember bis Mitte Februar, wenn die Witwer nicht mehr Freiflug erhalten, wird das Futter wie folgt umgestellt: 50 % Gerste und 50 % Mauserfutter. Zusätzlich wird regelmäßig eine Teekur abwechselnd mit Bronchofit über 2-3 Tage gegeben.





B. Beumer: Unsere Witwer bekommen sehr gutes Mauserfutter ohne Zusätze. Wir verab- reichen 1-2 Mal in der Woche Mineralien übers Futter. Die Fütterung halten wir so, dass sie abends satt bekommen und morgens so viel, dass die Gerste, die im Futter ist, vor der nächsten Fütterung gefressen wurde. Sollte noch Gerste im Trog liegen, bekommen sie weniger Futter. Wenn die Mauser abgeschlossen ist, bekommen sie 50 % Gerste, 20 % Paddy-Reis und 30 % Mischfutter.





H. Vredeveld: Einmal pro Tag erhalten meine Tauben gutes Mauserfutter satt mit handelsüblichen Mineralien. Sie müssen den Trog leer fressen, wenn etwas übrig bleibt, habe ich zuviel gegeben.
Früher habe ich Eicheln gesammelt und sie gemahlen, jedoch heute nicht mehr. Ich sage nicht, dass das schlecht ist, aber ich habe auch so Erfolge.





van Avondt: Die Witwer bekommen Mauserfutter mit Kleinsämereien. Auch geben wir zur Unterstützung der Mauser Zell-Oxygen mit Q10, abwechselnd auch 4-Olien abgetrocknet mit Methio-Forte, ein sehr gutes Mausermittel zur Bildung eines seidenweichen Gefieder und was gleichzeitig auch entlastend für die Leber ist. Denn unsere Tauben sollten auch in der schweren Mauserzeit unterstützt werden, es handelt sich hier um Naturprodukte.





H. Wieden: Die Tauben erhalten ein handelsübliches Mauserfutter, ohne Zusatzstoffe. Voraussetzung einer guten Mauser ist die Gesundheit, darauf wird geachtet. Die Tauben werden zwar immer satt gefüttert, aber dürfen auch nichts liegen lassen.





G. Koopman: Meine Witwer bekommen das beste handelsübliche Mauserfutter. Als Zusatz gebe ich Nüsse, Eicheln und Käse (aus Holland). Dieses wird in einer Küchenmaschine zerkleinert und mit etwas Kleinsämereien angereichert. Wenn sie noch zwei Federn zu stoßen haben, gebe ich Gerste dazu.





H. Hirn: Sie werden mit Mauser-Plus von Versele-Laga satt gefüttert. Dieses Futter ist auch gleichzeitig angereichert mit Mineralien in der Art von Trockenkorrels, die Bestandteile für eine gute Mauser beinhalten.





M. Vanlint: Während der Mauser bekommen die Tauben eine mit Kleinsaat angereicherte Mausermischung. Dieses kommt in einen Silo-Futtertrog. Diesen Silo-Futtertrog kann ich mit einer Klappe schließen. Am Morgen geht dann die Klappe für 1 Stunde auf und wird dann wieder verschlossen. Am späten Nachmittag wird dieses für 1 Stunde – aber auch nur für 1 Stunde – wiederholt. Ich denke, dass so für mich die Fütterung am idealsten ist und mir persönlich die Arbeit erleichtert.
Ein geradliniges Konzept anzuwenden, ist für mich das wichtigste im Taubensport. Deswegen werden bei mir stets die Herbots-Produkte eingesetzt. Diese Produkte sind nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen stets auf dem neuesten Stand und werden den gesteigerten Anforderungen im Brieftaubensport gerecht.






Teil II

Frage 1): Was fütterst du und gibst an Zusatzprodukten, um die Tauben gut durch die Mauser zu bekommen?




F. Sander: Die Tauben bekommen verschiedene Sorten Winterfutter, Superdiät und zusätzlich 20 – 25 % Hanf und Sämereien. Über die Tränke gibt es verschiedene Vitamine und Aminosäuren.




Co Verbree: Wir füttern eine gute Mausermischung, hinzu geben wir 10 % Paddyreis und 10 % Diätmischung ohne Gerste einschließlich Sämereienmischung sowie jeden Tag neuen Gritstein und Mineralien.
Zusatzprodukte geben wir in der Mauserzeit sehr viel. Hauptgrund dabei ist, dass die Tauben ihre Mauser beendet haben, wenn die Winterzucht beginnt. Da haben wir natürlich nicht sehr viel Zeit und glauben, dass die Zusatzprodukte eine gute Mauser beschleunigen. Wir geben jede Woche Sedochol sowie 4-Olien mit BMT von Herbots-Animal-Products. Prangesuppe und Probac 1000 wenden wir auch noch an.
Wir machen das im Wechsel:
1 Tag Sedochol,
1 Tag klares Wasser,
1 Tag 4-Olien mit BMT übers Futter,
1 Tag klares Wasser usw. usw.




K. Stieneker: Bei uns wird das Mauserfutter von Versele-Laga gefüttert. Dem Futter werden noch Sämereien und Hanf hinzugefügt. In der Mauserzeit bekommen die Tauben täglich Herba-Taube und alle zwei bis drei Tage Glutamin ins Trinkwasser sowie Zell-Oxygen übers Futter. Selbstverständlich werden alle Produkte, die während der Reisesaison übrig blieben, in der Mauserzeit aufgebraucht.




G. Verbruggen: Ich füttere während der Mauser eine gute Mausermischung und zusätzlich Kleinsämereien. An drei Tagen pro Woche bekommen die Tauben noch Taubengold von Röhnfried übers Futter verabreicht.




B. Kohagen: Meine Tauben bekommen während der Mauser nur eine Sorte Futter und das ist Zucht- und Mauserperle von Ovator. Am Montag verabreiche ich das Zusatzprodukt Enterosan (flüssig) und am Mittwoch Moorkonzentrat und Ropasan übers Futter.




M. Neeb: Als Futter gibt es von Ovator zu 8 Teilen Zucht- und Mauserperle und zu 2 Teilen Toni von Ravenstein Sämereien. Einmal pro Woche Taubengold und Konditionspulver von Dr. Marien.




G. + S. Verkerk: Während der Mauserzeit füttern wir sehr viel, u.a. zusätzlich Erdnüsse. Übers Trinkwasser geben wir 3 x pro Woche Belgabiovit von Pharma de Weerd.


Frage 3): Sollte man den Witwer während der Mauserzeit festhalten oder Freiflug geben?

F. Sander:


Unsere Tauben erhalten während der Mauserzeit keinen Freiflug.


Co Verbree:


Wir halten alle Tauben fest, weil wir denken, dass in der Ruhephase die Tauben besser durchmausern. Natürlich erhalten sie jeden Tag Freiflug in der Voliere. Die Schläge, die keine Voliere haben, dort bleibt das Fenster den ganzen Tag über geöffnet. Über Nacht bringen wir ein grünes Netz in der Fensteröffnung an, was luftdurchlässig ist.


K. Stieneker:


Wir halten unsere Witwer während der Mauserzeit fest, da wir keine andere Möglichkeit aufgrund des Greifvogels haben. Wären diese Probleme nicht, würde ich den Tauben täglich Freiflug geben, vorausgesetzt es herrscht gutes Wetter.


G. Verbruggen:


Meine Witwer bekommen nach der Reise bei schönem Wetter totalen Freiflug, die Fenster bleiben geöffnet, so können sie den ganzen Tag machen was sie wollen. Sie dürfen sich dann auch auf der Rasenfläche bewegen, auch wenn sie dort ein wenig picken. Hier – denke ich – ist die Zeit gekommen, zurück zur Natur zu finden. Auch während der gesamten Mauserzeit bis zur Beginn der folgenden Reisesaison erhalten meine Tauben keine Medikamente, sie müssen selbst Abwehrkräfte entwickeln. Sollte ich jedoch eine Krankheit in einem ganzen Schlagabteil feststellen, so werde ich natürlich auf Anraten des Tierarztes eine Behandlung durchführen. Einzelne Tauben lasse ich nicht behandeln, sie müssen sich selbst helfen.


B. Kohagen:


Das muss jeder Züchter für sich selbst entscheiden. Ich gebe den Witwern während der Mauserzeit keinen Freiflug. Ich bin der Meinung, dass in der Zeit sehr viel Ruhe vonnöten ist, um schneller und besser durch die Mauser zu kommen.


M. Neeb:


Meine Tauben haben das ganze Jahr über immer Freiflug, auch während der Mauser.


G. + S. Verkerk:


Bei uns bekommen die Tauben den ganzen Winter 2-3 x pro Woche bei sehr gutem Wetter selbstverständlich Freiflug.



Frage 3): Muss man auf das Gewicht der Taube achten oder ist das nicht von Belang?

F. Sander:


Im allgemeinen ist bekannt, dass zu fette Tauben schlechter mausern. Insofern achte ich natürlich auch auf das Gewicht der Taube.


Co Verbree:


Wir finden das nicht von großem Belang, weil es auch in der Natur während der Mauserzeit viel zu fressen gibt für die Wildvögel.
Wir füttern morgens eine Sämereienmischung mit frischem Grit usw. Abends reichlich, aber so, dass sie etwas Paddyreis liegen lassen.


K. Stieneker:


Ich denke, die Tauben dürfen nicht zu dick aber auch nicht zu dünn sein. Trotzdem, bei uns bekommen die Tauben immer Standfutter. Wer sich bei dieser Fütterung kugelrund frisst, wird es auch in der Reisezeit so machen. Solche Tiere gebrauchen wir nicht.


G. Verbruggen:


Während der Mauser nehme ich meine Tauben nicht in die Hand. Meine Meinung ist jedoch, wenn sie Freiflug haben, werden sie sowieso nicht zu schwer. Sollte man die Tauben wegen Raubvogels festhalten müssen, ist auf das Gewicht zu achten. Jeder Züchter weiß, dass fette Tauben schlecht mausern. Man sollte den Stoffwechsel ständig bei der Taube anregen, selbst einmal durch knappe Fütterung. Bekanntlich ist es im Sommer so, wenn Witwerweibchen in der Box sitzen, dass diese im allgemeinen unglaublich die Daunen fallen lassen. Ich führe das darauf zurück, dass der Stoffwechsel stets angeregt wird.


B. Kohagen:


Ich glaube nicht, dass man während der Mauser auf das Gewicht der Taube achten muss, da sie während dieser Zeit viel Kraft und Energie benötigen.


M. Neeb:


Durch den regelmäßigen Freiflug – wie auch schon von Gommaire Verbruggen beschrieben – brauche ich nicht auf das Gewicht der Taube zu achten.


G. + S. Verkerk:


Wenn man einer Taube Standfutter verabreicht, das heißt, dass sie immer Futter vorfindet und immer fressen kann – und das auch schon im Kindesalter –, wird diese niemals fett werden. Natürlich gibt es Ausnahmen durch rassenbedingte Veranlagungen.



Frage 4): Was sollte während der Mauser grundsätzlich nicht passieren?

F. Sander:


Wir sind der Meinung, dass während der Mauserzeit jeglicher Stress vermieden werden sollte, denn eine gute Mauser ist Garant für eine gute Saison im darauffolgenden Jahr.


Co Verbree:


Das schlimmste, was einem Züchter während der Mauserzeit passieren kann, ist, dass die Tauben krank werden. Darum muss man sie speziell in dieser Zeit optimal versorgen. Darum geben wir auch Zusatzprodukte, damit durch die schwere Belastung der Mauser der Körper durch Zusatzprodukte widerstandsfähiger wird und gegen Krankheiten gewappnet ist. Ein hervorragendes Produkt zur Unterstützung der Mauser ist Methio-Forte von Herbots-Animal-Products. Eine tägliche Reinigung des Schlages während der Mauser ist anzuraten. Ein jeder Züchter sollte lernen einen Blick dafür zu haben, dass das Klima im Schlag angenehm ist, das heißt, auch für den Menschen angenehm ist. Dann dürfte alles in Ordnung sein und seinen guten Weg nehmen.


K. Stieneker:


Man sollte auf keinen Fall während der Mauser mit irgendwelchen Medikamenten arbeiten. Eine Medikamentengabe kann sich häufig negativ auf die Mauser auswirken. Sollte man kuren wollen, so immer vor oder nach der Mauszeit.


G. Verbruggen:


Es ist auf jeden Fall zu vermeiden, während der Mauser den Tauben Medikamente zu verabreichen. Dieses wird sich in der Bildung der Federn niederschlagen. Die Tauben sollten – wie schon beschrieben – auf keinen Fall zu fett werden.


B. Kohagen:


Jeder Züchter sollte während der Mauserzeit grundsätzlich darauf achten oder dafür sorgen, dass die Tauben nicht ernsthaft erkranken. Dadurch könnten Mauserschäden entstehen.


M. Neeb:


Man soll die Tauben sehr genau beobachten und schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen, wenn Unregelmäßigkeiten bei der Gesamtheit auftreten. Unpässlichkeiten und Mangelernährung schlagen sich sehr schnell im neuen Federkleid nieder.


G. + S. Verkerk:


Hier schließe ich mich den meisten meiner Kollegen an, stets auf die Gesundheit zu achten um eine eventuelle Krankheit im Frühstadium zu erkennen und dementsprechend behandeln. Jede medikamentöse Behandlung außer der Reihe ohne Einschaltung des Tierarztes wird sich – wie bereits beschrieben – im Federkleid niederschlagen.



Frage 5): Ist es richtig, dass durch Obstessig und Zusatzprodukte ein seidenweiches Federkleid gefördert wird? Oder ist es doch rassenbedingt?

F. Sander:


Ob Obstessig allein ein seidenweiches Gefieder fördert, bezweifele ich. Aber fetthaltiges Futter (Käse, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Sämereien) tragen sicherlich zu einem seidigen Gefieder bei. Seidiges Gefieder ist nicht nur rassenbedingt, sondern hängt auch stark von der Unterbringung der Taube ab. Bei verschiedenen Schlagbesuchen konnte ich feststellen, dass die Gefiederqualität in Regionen mit rauem Klima (See, Mittelgebirge) oft deutlich besser ist. Das lässt den Schluss zu ,dass die Natur dieses selber regelt.


Co Verbree:


Ein seidenweiches Gefieder ist größtenteils rassenbedingt. Aber man kann dieses fördern durch Gabe von Zusatzprodukten. Auch halten wir es für wichtig, zweimal pro Woche ein Bad zu geben. Ich habe festgestellt, dass gute Tauben immer ein seidenweiches Gefieder haben und auch selten krank werden.


K. Stieneker:


Ich denke schon, dass von Obstessig und Zusatzprodukten ein seidenweiches Gefieder gefördert wird. Aber grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die verschiedenen „Taubenrassen“ schon ein unterschiedliches Gefieder haben. Mir fällt es immer wieder bei den „Leysen – und van Dijck-Tauben“ auf: Sie haben ein absolut seidiges Gefieder. Der „Rennanzug“ ist für die Tiere ausschlaggebend. Wenn das Gefieder schön seidig ist, ist das schon eine gute Voraussetzung für die anstehende Reisesaison.


G. Verbruggen:


Ein seidenweiches Gefieder ist nach meiner Meinung auf jeden Fall rassenbedingt. Mit Obstessig kann man ein Gefieder nicht seidiger machen. Zusatzprodukte fördern aber das Entstehen eines seidigen Federkleides.


B. Kohagen:


Diese Frage kann ich leider nicht beantworten, da ich Obstessig nicht verabreiche. Ob es rassenbedingt ist, kann schon sein, denn nicht jede Taube hat ein seidenweiches Gefieder.


M. Neeb:


Gute Tauben mit guter Gesundheit haben immer ein gutes Gefieder. Ich habe noch keine gute Taube mit strohigem Gefieder gesehen. Das Gefieder ist bei mir ein sehr wichtiger Punkt bei der Selektion.


G. + S. Verkerk:


Ich kann nur sagen, Obstessig und Zusatzprodukte haben wenig mit dem Federkleid zu tun. Meines Erachtens hat es mehr mit der Gesundheit und Vitalität der Taube zu tun. Hier kann man das Sprichwort anwenden: „Eine gute Taube wird selten krank“.


FAZIT:


Ich stelle fest, dass die Meinungen der befragten Züchter doch nicht so weit auseinander liegen. Es herrscht wohl die einhellige Meinung, dass die Gabe von Medikamenten schädliche Auswirkungen auf das Federkleid haben. Darum sollte jeder eine Krankheit seiner Tauben durch ständiges Beobachten im Keime ersticken und nicht erst nach Ausbruch – wenn das „Kind im Brunnen liegt“ – eine Behandlung anstreben. Ich denke, dass die Saison des darauffolgenden Jahres schon darunter leiden wird. Zusatzprodukte halte ich für sehr wichtig. Der Körper der Taube erlangt somit von innen her Unterstützung für den Mauserprozess. Die Astaube, von denen es nur sehr wenige gibt, präsentiert sich stets in einem guten Federkleid, ist immer aufmerksam und so gut wie nie krank. Mit einer Astaube kann man aber keine Meisterschaften erringen. Es gehören schon ein paar mehr dazu. Derjenige, der es versteht, durch Futtergaben ständig den Stoffwechsel neu anzuregen, wird eine gleichmäßig verlaufende Mauser erreichen. Die Gabe von Obstessig fördert eine gute Verdauung, aber in erster Linie die Entkrampfung der Muskulatur und entspannt allgemein den Körper der Taube.



*** Ende des Interviews ***

Der nächste Bericht „ Winter-Ruhezeit “ erscheint
Ende Oktober 2008!


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