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Heute ist Freitag, der 19. Juli 2024


Interview-Bericht Nr. 2008/08:
„Das Spiel mit den Jungtauben“

Teil I

Frage 1): Trainierst Du Deine Jungtauben noch zwischen den Preisflügen? Wenn ja, wann und wie weit?




B. Beumer: Wie schon im Vorbericht erwähnt, legen wir keinen großen Wert auf die Jungtierreise, sondern sehen gerne, was die Jungen ohne Hilfe des Züchters machen. Wir trainieren die Jungen ein- bis zweimal pro Woche mit mehreren Züchtern zusammen.





Fam. Houben: Die Jungtauben werden zwischen den Preisflügen nicht trainiert. Wir sind keine Jungtaubenspezialisten. Denn wir sind der Meinung, wir wollen den Jungtauben das ersparen, diese enorm vielen Flüge mitzumachen, denn wir haben es lieber, noch als 5-jährige zu reisen. Bei den Jungtaubespezialisten sieht man sehr häufig, dass sie nur bis 3-jährig gespielt werden können und dann sehr häufig verbraucht sind. Jedoch mit unseren Tauben halten wir es beim Rotwein, desto älter, desto besser. Der „Junge Baron“, unser Vorbild, war 8. Nationale Taube in seinem 6.- Reisejahr geworden. „De Goede Blauwe“ war 2. Provinziale Astaube Mittelstrecke und war 5 Jahre alt. Ich denke, diese Leistungen können die Tauben nur bringen, wenn sie als Jungtaube nicht ausgepowert werden.





K. Stieneker: Zwischen den zwei ersten Jungtierpreisflügen bringen wir die Jungtauben 2 x je Woche weg. Bei den letzten 6 Preisflügen noch einmal je Woche. Wenn das Wetter es zulässt, am liebsten mittwochs, sonst am Donnerstag. Hierbei finde ich es sehr wichtig, dass die Jungtauben immer am gleichen Ort aufgelassen werden. Das sind bei uns genau 37 km. Auch achten wir darauf, dass die Jungtauben nicht bei stahlblauem Himmel aufgelassen werden. Das kann hohe Verluste zur Folge haben. Bei den Witwern hingegen halten wir das nicht für sehr nachteilig.





van Avondt: Wir trainieren die Jungen nicht zwischen den Flügen. Wir halten es wie Fam. Houben. Wir haben es auch lieber, die Witwer noch mit 5 oder 6 Jahren reisen zu können. Man muss es akzeptieren, wenn es diese sogenannten Jungtaubenspezialisten gibt und dieses ist hier in Belgien doch mittlerweile zu großen Meisterschaften gekommen. Aber ist das die Zukunft für die Witwerschaft?





H. Hirn: Nein, separate Trainingsflüge zwischen den Preisflügen veranstalte ich nicht, weil meine Tauben mittwochs einen KV- und am Wochenende einen RV-Flug absolvieren müssen. Ich möchte hier noch nebenbei bemerken, ob ich verdunkele oder mit Licht spiele, halte ich es doch für ratsamer, ständig Preisflüge zu absolvieren. Diese Tauben sind ständig unter Stress und mausern auch nicht. Dieses ist auch als Vorschlag in den einzelnen RVen gedacht, es so zu handhaben. Dadurch würde eine noch größere Gleichberechtigung stattfinden und es würde nicht ständig heißen: „Ich bin nicht in der Lage, die Tauben ständig zu trainieren und auch nicht zu verdunkeln“.
Also: Lieber zwei Preisflüge pro Woche und jeder ist zufrieden mit der Methode.





H. Vredeveld: Wir trainieren unsere Jungtauben immer zweimal pro Woche zwischen den Preisflügen auf ca. 90 km. Dieses ist natürlich von vielen Faktoren abhängig;
a) sie müssen immer gut fressen und Appetit zeigen;
b) sie müssen immer am Hause gut ziehen;
c) wenn alles das nicht der Fall ist, sollte man sofort das Training und den Preisflug einstellen und den Tierarzt aufsuchen, denn dann ist oft eine Krankheit im Spiel. Ich kann nur jedem Züchter raten, immer auf den Appetit der Tauben zu achten. Sollte dieses einmal nicht so sein, hat es meistens mit dem Unwohlsein der Taube zu tun.





H. Wieden: Im Normalfalle nicht. Das heißt, wenn sie gut ziehen, dann nicht. Ansonsten müsste ich mir Gedanken machen, was dieses für Ursachen haben könnte. Ich denke, dieses können viele Gründe als Ursache haben. Eine gesunde Taube ist flugfreudig und braucht nicht ständig weggebracht zu werden. Aber hier spielen sicherlich viele Faktoren eine große Rolle. Hierbei ist die Fütterung ein wichtiger Bestandteil. Jungtauben zu trainieren, die am Hause nicht ziehen, wäre ein kapitaler Fehler.





Fam. Herbots: Wir trainieren die Jungen noch sehr oft zwischen den Preisflügen. Wenn die Jungen am Samstag zurückkommen und am darauffolgenden Donnerstag von uns wieder eingekorbt werden, sieht es bei uns programmmäßig folgendermaßen aus:
Sonntags bleiben die Jungen im Schlag, sie haben Ruhetag. Montags beginnt bei uns das Training am Haus. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag bringen wir sie weg auf 40 Km. Diese Entscheidung fällen wir aber erst, wenn wir die Jungtauben am Montag beim Training am Haus beobachtet haben. Sollten sie nicht - wie gewöhnlich - ziehen und flugfreudig sein, dann bringen wir sie auch nicht weg.



Frage 2): Wie fütterst Du Deine Jungtauben am Einsatztag?

B. Beumer:



Am Einsatztag werden unsere Jungtauben mit relativ leichtem Futter gefüttert, und zwar mit ca. 50 % Superdiät.


Fam. Houben:



Am Tag des Einkorbens bekommen die Jungtauben noch einen Suppenlöffel Diät, angereichert mit etwas Reis. Dieser Suppenlöffel wird berechnet für zwei Tauben. Jungtauben, die zwei Tage im Kabi verweilen, bekommen am Abend des Einsatztags noch Sportmischung gereicht, auch geben wir etwas Reis hinzu. Natürlich füttern wir sie wohl satt.


K. Stieneker:



Wenn der Einsatztag der Freitag ist, füttere ich am Donnerstagabend so viel Futter, bis die Kröpfe „platzen“. Am Einsatztag bis ca. 11.00 Uhr steht Futter zur freien Auswahl zur Verfügung, ergänzt mit Mais und ein Fettgemisch. Im allgemeinen ist der Appetit nicht mehr groß. Um 11.00 Uhr entferne ich die Futterrinne. Jedoch ca. 1 Stunde vor dem Einsetzen reiche ich nochmals ein wenig Futter aus einer Fettmischung bestehend. Dabei nehmen sie auch wieder ein paar Körner auf, was bezweckt, dass sie noch einmal die Tränke aufsuchen.


van Avondt:



Bei uns bekommen die Jungtauben – gleich, ob während der Woche oder am Einsatztag – einen vollen Trog mit Sportmischung gereicht.


H. Hirn:



Die Jungtauben bekommen bei mir täglich nur eine Fütterung, und zwar am Morgen nach dem Trainingsflug. Ich reiche jeden Tag das gleiche Futter, auch am Einsatztag. Hier mache ich keinen Unterschied, weil es bei mir zeit- und arbeitsmäßig nicht anders möglich ist.


H. Vredeveld:



Auf den kurzen Preisflügen wird bei meinen Jungtauben am Einsatztag am Morgen bis 09.00 Uhr das Futter auf dem Schlag belassen. Auf den weiten Flügen ist dieses bis 16.00 Uhr der Fall, denn bei uns werden die Jungtauben immer um 19.30 Uhr eingesetzt.
Hier achte ich sehr darauf, dass meine Jungtauben immer das beste Futter zur Verfügung haben, auch gebe ich Nüsse hinzu.


H. Wieden:



Jungtauben bekommen morgens normales Jungtauben-Reisefutter. Ab Mittag steht kein Futter mehr zur Verfügung.


Fam. Herbots:



Die Jungen werden am Einsatztag sehr gut gefüttert, d.h., soviel wie sie fressen wollen. Wir sagen, wer viel arbeitet, muss auch viel essen. Sie erhalten 5 Mahlzeiten Witwermischung. Natürlich werden sie am Einsatztag nicht mehr so einen Appetit zeigen wie am Tag zuvor.



Frage 3): Erhalten Deine Jungtauben noch Zusatzprodukte?

B. Beumer:



Wir legen – wie gesagt – keinen großen Wert auf Jungtaubenerfolge. Darum füttern wir ergänzend die handelsüblichen Mineralstoffe.


Fam. Houben:



Speziell für die Reise erhalten unsere Jungtauben keine Zusatzprodukte. Wir geben aber das ganze Jahr über Vitamine, Electro-Forte und Quick-Fit im Wechsel der Firma Herbots.


K. Stieneker:



Die Jungtauben werden – wie die Alttauben – nach der DS-Methode gefüttert.


van Avondt:



Ja, sie bekommen einmal pro Woche Aminovit mit Optimix, ein ausgesprochenes einmaliges Konditionspulver. Natürlich auch die handelsüblichen Mineralien wie Grit usw.


H. Vredeveld:



Die handelsüblichen Produkte wie Mineralien, Grit, und Pickstein stehen den Jungtauben immer zur Verfügung. Mit Kleinsämereien gehe ich etwas sparsamer um. Optimix und 4-Olien sind eine sehr gute Unterstützung der Reisekondition.


Fam. Herbots:



Wir arbeiten natürlich sehr viel mit Zusatzprodukten. Nicht, weil wir sie herstellen, nein, weil wir überzeugt sind, dass es sein muss. Alle großen Athleten und Sportler werden am besten vorbereitet, nicht alleine das Essen ist wichtig, sondern auch Vitamine und Zusatzprodukte benötigen sie. Optimix und Zell-Oxygen zweimal pro Woche und auch BMT und 4-Olien unterstützen die Leistung und Vitalität. Am Heimkehrtag steht den Jungtauben 1 Stunde klares Wasser zur Verfügung, damit sie während des Fluges nicht so schnell heruntergehen und trinken, denn sie wissen, zu Hause steht eine Tränke mit leckerem klaren Wasser zur Verfügung. Danach ersetzen wir dieses Trinkwasser mit Electro-Forte, ein Electrolyt, am nächsten Tag geben wir Thee oder Bronchofit ins Wasser. Auch unser Super-Reisevitamin Aminovit. An heißen Tagen ist es ratsam, diese Produkte übers Futter zu verabreichen. So bekommen alle Tauben die gleiche Menge. Am Tag des Einkorbens geben wir letztmals Sanuzella Sport zusammen mit Optimix.



Frage 4): Kann ich durch zusätzliches Training und wöchentlich anstehende Preisflüge die Mauser hinauszögern?

B. Beumer:



Das kann nur dann der Fall sein, wenn die Tauben beim Training und an den Wochenenden mit Flügen überbelastet werden. Normal dürfte dieses aber nicht der Fall sein. Sicherlich ist es nicht von Vorteil, wenn sie ihre „Decke“ so schnell werfen. Wir praktizieren dieses nicht, weil unsere Jungtauben – wie bereits mehrfach geschrieben – ganz natürlich aufgezogen und gereist werden. Ich möchte sehen, was meine Jungtauben ohne Hilfe des Züchters imstande sind, zu leisten.


Fam. Houben:



Man kann die Mauser nicht unbedingt stoppen. Durch ständiges Training und Preisflüge kann man positiven Stress erzeugen. Dann ist es möglich, die Mauser zu „verschieben“.
Dieses ist auch einer der Ursachen, warum unsere Jungtauben nicht so schnell mausern. Ab 1. Mai werden sie ständig trainiert und Mitte Mai steht der 1. Preisflug an.


K. Stieneker:



Man sagt im allgemeinen, dass durch Trainingsflüge der Stress positiv sein kann und die Mauser sich dadurch verzögert. Jedoch meine Jungtauben werden ja ab Juni verdunkelt, insofern habe ich auch nicht die Probleme.


van Avondt:



Ja, indem man die Jungtauben ständig durch Flüge in Stress versetzt. Ich bin mir sicher, dass man dadurch die Mauser verzögern kann, meine aber auch, dass dieses nur für einige Wochen möglich ist.


H. Hirn:



Ich denke, alle Tauben reagieren unterschiedlich. Bei manchen ja, bei manchen nein. Dieses müsste jeder für sich einmal herausfinden. Wir haben alle schon einmal erlebt, dass die Jungtierpreisflüge zu Ende waren und der Stress vorbei war, am darauffolgenden Wochenende war dann der Schlag weiß mit Deckenfedern.
Sollte ein freies Flugwochenende zwischen den Preisflügen geplant sein, müssen die Jungtauben unbedingt auf eine größere Entfernung weggebracht werden, um den normalen Rhythmus beizubehalten.


H. Vredeveld:



Hierzu kann ich mich nicht äußern, da ich verdunkele. Ich denke, es ist nicht möglich, die Mauser nach der natürlichen Methode zu verzögern, vielleicht eventuell noch durch positiven Stress eine Verzögerung erreichen.


H. Wieden:



Die Mauser wird durch übermäßige Anstrengung verzögert. Das kann aber nicht unser Ziel sein im Hinblick auf zukünftige Erfolge.


Fam. Herbots:



Wir können sagen, dass bei mehreren Trainingsflügen und Preisflügen die Jungtauben länger in den Federn stehen bleiben. Wir haben alles schon probiert und haben dieses Resultat auch festgestellt. Dennoch – wir verdunkeln bis zur ersten Woche im Juli und können sie dann bis zur ersten Woche im September spielen. Dann haben sie maximal ein bis zwei Federn geworfen. Die Verdunkelung richtet sich bei uns nach Beginn der Reise. Sicherlich ist es nach deutschem Flugprogramm anders, da dort die Jungtaubenflüge später beginnen.
Nach dem Reiseprogramm geben wir zur Unterstützung der Mauser Methio-Forte, um eine sehr gute und vollkommene Mauser zu fördern.






Teil II

Frage 1): Trainierst Du Deine Jungtauben noch zwischen den Preisflügen? Wenn ja, wann und wie oft?




F. Sander: Während der Jungtierflüge werden die Jungtauben ein- bis dreimal pro Woche trainiert. Die Wochentage richten sich nach dem Wetter. Jedoch in der Regel beim Einkorben am Freitag ist dieses am Mittwoch und Donnerstag.




Co Verbree: Wir trainieren die Jungtauben zwischen den Preisflügen bis 300 km, 2 x pro Woche, ca. 30 – 50 km, am Dienstag und am Donnerstag. Über 300 km nur noch 1 x pro Woche am Mittwoch, vorausgesetzt das Wetter ist gut. Die Wetterlage finden wir, ist ein wichtiger Faktor.
Durch viel Training werden die Jungtauben automatisch schneller und sicherer. Sollte man Zweifel an der Wetterlage hegen, sollte man sie nicht wegbringen. Dann setzt man die Jungtauben großen Widrigkeiten aus, denen sie nicht gewachsen sind. Das könnte sehr enttäuschend enden, nicht nur für den Züchter, sondern auch für die Jungtaube.
Da wir unsere Jungtauben getrennt spielen, das heißt, die Vögel werden am Dienstag und die Weibchen am Mittwoch trainiert, dadurch sehen sie sich also nicht.




M. Neeb: Mit den Jungtauben mache ich es wie mit den Witwern, am Mittwoch einen Trainingsflug von ca. 60 km, vorausgesetzt, am Samstag darauf findet ein Preisflug statt. Meine Jungtauben werden nicht verdunkelt. Ich mache den Flug nicht, um mehr Preise zu machen, sondern um den Orientierungssinn zu fördern. Je öfter und je weiter sie als Junge trainiert werden, desto besser sind sie als Jährige und Alte.




G. Verbruggen: Für mich sind bei den Jungtierflügen die Nationalflüge die wichtigsten. Ich beginne mit dem Training am Montag, Dienstag und Mittwoch von je 50 km Entfernung. Ich halte es für sehr wichtig, dass bei den Jungtauben die Orientierung gefördert wird, aber noch wichtiger finde ich, dass die Schnelligkeit sozusagen „anerzogen“ wird.




B. Kohagen: Nein, ich trainiere meine Jungtauben nicht zwischen den Preisflügen. Dafür trainiere ich sie aber 8 bis 10 x vor den Preisflügen. Ich denke, das muss ausreichen.




G. + S. Verkerk: Bis zu den Preisflügen von 300 km werden meine Jungtauben einmal pro Woche trainiert.


Frage 2): Wie fütterst Du Deine Jungtauben während der Woche und am Einsatztag?

F. Sander:


Die Jungtauben versorge ich wie die Witwer. Jeden Tag Futter satt. Am Einsatztag verabreiche ich jedoch nur 1/3 bis 1/2 Futtermenge der Tagesration.


Co Verbree:


Wir füttern bis 300 km unseren Jungtauben morgens eine Diätmischung, knapp, abends eine Reisemischung mit 10 % Paddyreis, 10 % Diät, ein wenig Grit und gebrochene Kiesel 1 %.
Ab 300 km füttern wir dasselbe, aber abends ohne Paddyreis und ohne Diät. Jeden Tag bekommen unsere Jungtauben um 12.00 Uhr mittags ein wenig Sämereienmischung, am Einsatztag morgens Reisemischung satt, 2 Stunden vor dem Einsetzen Sämereienmischung, danach ein wenig Paddyreis. Es ist sehr wichtig bei Jungtauben, dass sie an jedem Tag das gleiche Futter bekommen. Den Futterplan während der Woche sollte man bis zum Ende der Preisflüge nicht ändern. Wir füttern auch grundsätzlich keine Gerste, aber dafür immer Paddyreis. Zur Unterstützung der Leistung verabreiche ich zusätzlich die Herbots-Produkte.


M. Neeb:


Die Jungtauben werden genauso versorgt wie unsere Witwer.


G. Verbruggen:


Ich füttere 50 % Reisemischung und 50 % energiearmes Futter am Tag des Einkorbens. Wie schon gesagt, spielen bei mir die Nationalflüge eine große Rolle. Bei einer Übernachtung im Kabinenexpress füttere ich nur am Morgen des Einsatztages. Wenn die Jungtauben zwei Nächte im Kabi verweilen müssen, dann füttere ich morgens und abends am Einsatztag.


B. Kohagen:


Ich füttere meine Jungtauben während der Woche und am Einsatztag so: Von Montag bis Mittwoch Morgen gibt es Top-Relax (knapp) und von Mittwoch Abend bis zum Einsatztag bekommen sie Top-Energy. Zusatzprodukte verabreiche ich dreimal pro Woche. Am Montag und Dienstag gebe ich Kräuterhefe und Reise-Power-Pro übers Futter. Am Mittwoch gibt es Moorkonzentrat und Ropasan-Forte übers Futter. Mehr nicht.


G. + S. Verkerk:


Unsere Jungtauben werden bezüglich der Fütterung versorgt wie unsere Alttauben. Das heißt zu Anfang der Woche etwas mehr Säuberungsmischung und zum Ende der Woche etwas mehr Sportmischung. Am Einsatztag füttern wir am Nachmittag 50 % von der normalen Menge.



Frage 3): Kann ich durch zusätzliches Training oder Preisflüge in der Woche das Mausern verzögern?

F. Sander:


Sicherlich ist es wohl erwiesen, dass Stress die Mauser verzögert. Zusätzliches Fangen und Trainieren verursacht auch Stress bei den Jungtauben. Folglich verzögert sich dadurch die Mauser.


Co Verbree:


Jeden Tag trainieren und jede Woche ein Preisflug verzögert die Mauser. Man muss auf jeden Fall jede Woche einsetzen. Lässt man einen Flug ein Wochenende ausfallen und die Jungtauben zur Ruhe kommen, fallen die Federn. Das wird auch jeder Züchter schon festgestellt haben, wenn das Reiseprogramm beendet ist. Wenn am darauffolgenden Wochenende kein Flug mehr stattfindet, wird spätestens am Dienstag der Schlag mit Federn übersät sein.


M. Neeb:


Wer richtig gut mit Jungen spielen will, muss nach meiner Meinung verdunkeln und viel trainieren. Wenn dann die Top-Gesundheit da ist, wird man mit Sicherheit viele Preise ernten.


G. Verbruggen:


In der Tat, durch viel Training und Preisflüge wird die Mauser und das Werfen der Schwingen verzögert.


B. Kohagen:


Wer seine Jungtauben Woche für Woche an den Preisflügen teilnehmen lässt, unterbindet das Werfen von Federn. Ich bin der Meinung, umso mehr die Jungtaube belastet wird, umso langsamer mausert sie.


G. + S. Verkerk:


Stress, Preisflüge und ständiges Training durch Wegbringen und am Hause Freiflug unter Aufsicht verzögert auf jeden Fall die Mauser.



Frage 4): Haben diejenigen Züchter einen Vorteil, wenn sie einen Tierarzt in der Nähe haben? Was kannst Du dem Züchter empfehlen, der diese Möglichkeit nicht hat?

F. Sander:


Es ist sicherlich ein Vorteil, wenn man kurzfristig einen Tierarzt aufsuchen kann. Ansonsten fliegt ja nicht die Medizin, sondern die Taube. In der heutigen Zeit hat jeder die Möglichkeit, sich durch Fachbeiträge von Tierärzten bzw. Züchtern über die Gesunderhaltung der Tauben während der Reisezeit zu informieren! Mir persönlich ist es wichtig, regelmäßig etwas gegen Trichomonaden (mindestens alle 2 Wochen) und alle 4 Wochen etwas gegen Kokzidien zu unternehmen.


Co Verbree:


Es ist kein Vorteil, einen Tierarzt in der Nähe zu haben, aber es ist wohl bequem. Man muss immer dafür sorgen, dass man die wichtigsten Medikamente vorrätig hat. Telefonische Absprache und in Kenntnis setzen des Tierarztes bezüglich des Befindens der Taube erleichtert es dem Züchter, die Gesunderhaltung der Taube zu erhalten.


M. Neeb:


Ich habe auch keinen Tierarzt in der Nähe, nehme es aber auf mich, wenn es nötig ist, 300 km zu Dr. Fernand Marien zu fahren. Ich fahre dann um 18.00 Uhr los, bin ca. 21.00 Uhr dort, ca. 21.30 Uhr fertig und um ca. 00.30 Uhr wieder zu Hause. Man muss es nur wollen. Setzen sich alle Sportsfreunde so für die Gesunderhaltung der Jungtauben ein, dann wird der Erfolg auch eintreten.


G. Verbruggen:


Sicherlich ist es so, dass nicht jeder Züchter einen Tierarzt in der Nähe hat. Das ist auch bei uns in Belgien so. Nicht jeder Tierarzt ist ein Taubenexperte. Wenn man nicht die Möglichkeit hat, einen Tierarzt aufsuchen zu können, muss man dafür sorgen, alle zwei Wochen eine Kur gegen Trichomonaden durchzuführen. Die Trichomonasis ist Urheber aller Folgekrankheiten.


B. Kohagen:


Züchter, die in der Nähe einen geeigneten Tierarzt mit Taubenkenntnissen haben, sind im Vorteil. Züchtern, die diese Möglichkeit nicht haben, würde ich empfehlen, so früh als möglich vor der Saison einen Tierarzt aufzusuchen. Empfehlen würde ich dem Züchter, drei Wochen vor dem 1. Preisflug eine Kur gegen Trichomonaden zu machen (Ridzol 10 %, 10 Tage lang, 1 Mahlzeit pro Tag übers Futter). Medikamentenaufnahme übers Futter ist gezielter und wird von der Taube besser aufgenommen.


G. + S. Verkerk:


Ja, die einen Taubenspezialisten als Tierarzt in ihrer Nähe haben, sind im Vorteil. Empfehlen kann ich dem Züchter, der diese Möglichkeit nicht hat, nur, sich telefonisch beraten zu lassen. In Westeuropa gibt es nach meiner Meinung nur etwa 10 gute Tauben-Tierärzte.



Frage 5): Sollte man den Jungtauben am Abend ein etwas leichter verdauliches Futter verabreichen, damit der Organismus der Taube sich nachts entschlacken kann?

F. Sander:


Aus der Beobachtung heraus weiß man, dass die Taube abends mehr Futter aufnimmt als morgens. Diesen natürlichen Vorgang unterstütze ich, indem ich den Jungtauben morgens 1/3 und abends 2/3 der Tagesration verabreiche. Abends vor dem Einsatztag wird satt gefüttert. Das Futter bleibt dann 2 Stunden vor dem Einsetzen zum Aussuchen auf dem Schlag.


Co Verbree:


Gesunde Tauben verdauen während der Nachtzeit die Futterration vom Vorabend. Sollten sie am Morgen darauf noch Futter im Kropf haben, sind sie nicht gesund. Viele Züchter sind der Meinung, dass Gerste ein leichtes Futter ist. Aber das ist es nicht, dafür kann man besser Paddyreis geben. Tauben, die viel trainieren und ständig am Reisen teilnehmen, muss man gut füttern. Am Morgen und am Abend. Gesundheit bei Jungtauben ist von äußerster Wichtigkeit. Bei der Alttierreise kommen die Witwer zu spät, bei der Jungtierreise kommen die Tauben gar nicht nach Hause.


M. Neeb:


Wie gesagt, die Jungtauben werden bei mir wie die Witwer versorgt. Mit der Vorbereitung auf die Jungtierflüge beginne ich Ende Juni/Anfang Juli.


G. Verbruggen:


Bei mir bekommen die Jungtauben abends sowie morgens das gleiche Futter, wobei ich am Abend etwas mehr füttere als am Morgen. Da bin ich auch der Meinung wie mein deutscher Sportsfreund Sander.


B. Kohagen:


Ja, ich versorge meine Jungtauben mit Ovatorfutter. Dieses Futter ist leicht verdaulich und energiereich.


G. + S. Verkerk:


Wir halten nichts davon, abends mehr oder weniger, leichter oder schwereres Futter zu füttern. Wir sind der Meinung, die Jungtauben brauchen immer Energie, um gute Ergebnisse in der Preisliste zu erreichen.


FAZIT:


Sicherlich wird durch Stress, Training und Preisflüge die Mauser verzögert. Sollte jedoch im Vorfeld die Mauser zu weit fortgeschritten sein und beim 1. Preisflug die 6. oder 7. Schwinge bereits geworfen sein, kann man durch schräges Abschneiden der Schwinge bis zum Kiel das Werfen der nächsten Feder um ca. 14 Tage verzögern. Hier sollte jeder Züchter im Vorfeld darauf achten, wie weit das Werfen der Schwingen bereits fortgeschritten ist.

Eines der wichtigsten Fakten – denke ich – hat Berndt Kohagen in diesem Bericht empfohlen: Verabreichung jeglicher Medikamente, Zusatzprodukte oder dergleichen sollten übers Futter gegeben werden:
a) Gewährleistet ist eine direkte und ausreichende Aufnahme des Produktes;
b) die Taube wird ihr Futter, und wenn es auch leichtes Futter oder Leckereien wie Kleinsämereien sind, immer aufnehmen;
c) bei Verabreichung über die Tränke wird nicht genug Flüssigkeit von der Taube aufgenommen. Sie nippeln nur und verstehen es, über Tage hinweg mit einer kleinen Menge an Wasser auszukommen. Das ist wohl einer der größten Fehler, die ein Züchter machen kann. Nicht ausreichende Wasseraufnahme verursacht ein Austrocknen des Organismus der Taube. Ist dieses einmal geschehen, ist die Taube sehr schwer imstande, anschließend wieder Flüssigkeit im Körper zu speichern, sondern sie scheidet es anschließend sofort wieder aus. Darum bin ich der Meinung, viel Wasseraufnahme fördert die Gesundheit.
d) Sollte man keinen Tierarzt in der Nähe haben, ist es das wichtigste, am Morgen den Kot zu beobachten. Sind nicht dementsprechend Daunen auf dem Kot vor- handen, ist etwas nicht in Ordnung. Eine gesunde Taube hat am Morgen auf ihrem Kot wenigstens drei Daunenfedern und auch immer Appetit. Dieses ist ein Zeichen von Gesundheit. Sollten diese Merkmale nicht zutreffen, ist eine Trichomonadenkur zu empfehlen, oder – noch besser – einen Tierarzt aufzusuchen. Sollten diese Beobachtungen vor der Reise zutreffen, liegt auch sehr oft die Ursache darin, dass die Tauben überfüttert und verschlackt sind. Hier würde ein Tag ohne Futter ausreichen. Das wirkt oft Wunder. Viel Futter erfordert auch viel Training, d.h. durch Wegbringen und am Hause voraus, um die Verschlackung zu unterbinden.



*** Ende des Interviews ***

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