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Heute ist Freitag, der 19. Juli 2024


Interview-Bericht Nr. 2008/03:
„Vorbereitung auf die Reise“

Teil I

Frage 1): Werden deine Witwer zwangsweise oder frei verpaart?




H. Wieden: Meine Witwer werden nach Neigung verpaart.





P. Roosen: Bei mir werden die jungen Vögel frei verpaart, sie können sich das Weibchen aussuchen. Das ist für mich ein wichtiger Faktor. Die älteren Vögel, die schon Top-Leistungen gebracht haben, verpaare ich mit einem von mir ausgesuchten Weibchen, um Junge davon zu bekommen. Das heißt aber nicht unbedingt, dass ich ihm das Weibchen vom Vorjahr wiedergebe, diese Entscheidung treffe ich nach meinem Dafürhalten.





P. Schlechtriem: Bei mir gibt es nur die Zwangsverpaarung. Sollte ein Vogel sein zugewiesenes Weibchen nun absolut nicht wollen, bekommt er ein anderes. Dann entscheide ich nach Neigung.




P. Janssen: Die Paare werden nach meiner Vorstellung zusammen verpaart. Wenn man will, also eine Zwangsverpaarung. Jedoch nie bis zur letzten Konsequenz.





Fam. Houben: Die Witwer werden bei uns Ende November verpaart, und zwar eine sogenannte Zwangspaarung. Sie können sich also nicht frei verpaaren. Wir möchten aus unseren Witwern Junge ziehen, weil wir aus diesen immer wieder gute Tauben züchten. Die Zwangspaarung deshalb, um Körperausgleiche wieder herzustellen, das heißt, schwacher Rücken an starken Rücken, große Tauben an etwas kleinere Tauben.




B. Beumer: Wenn möglich, paaren wir die Witwer frei nach ihrer Entscheidung an. Hin und wieder haben wir jedoch auch gewisse Zuchtvorstellungen und setzen dann den Witwer gezielt an ein von uns ausgesuchtes Weibchen.




G. Koopman: Bei mir werden die Witwer zwangsverpaart. Das heißt nicht, dass ich von diesen Tauben Junge haben möchte, sondern dass sie sich schneller verpaaren. Wenn man dieses nicht machen würde, dann würde sich die Verpaarung über einen längeren Zeitraum hinziehen und einige Vögel wären nach Wochen noch ohne Weibchen.




P. Herbots: Unsere Witwer werden zwangsweise verpaart. Die jungen Vögel werden an Weibchen verpaart, von denen die Vögel die Reisesaison nicht überstanden haben. Dadurch verbleiben sie in der Zelle, wo das Weibchen bisher heimisch war. Dadurch ist das Eingewöhnen der jungen Vögel in der Zelle einfacher.




SG Horst Flege: Meine Witwer werden auch zwangsverpaart. Wenn die Tauben sich aber absolut nicht mögen, wird umgepaart. Auch bleiben bei mir die Paare für mehrere Jahre zusammen. Warum sollte ich umpaaren, wenn der Vogel mit seinem Weibchen im Vorjahr gute Erfolge gezeigt hat.





K. Meulemans: Generell werden meine Witwer frei verpaart. Gelegentlich gehe ich jedoch vor der Reisesaison hin und verpaare leistungsstarke an von mir ausgesuchte Tauben, die in Linie gezogen sind. Ich bin dennoch der Meinung, dass sich der Witwer sein Weibchen selber aussuchen sollte, um der Harmonie und die Zusammengehörigkeit des Zusammenlebens voll gerecht zu werden. Ich erhoffe mir dadurch eine optimale Leistung des Witwers durch den Drang nach seinem Zuhause zu seinem geliebten Weibchen.





M. Vanlint: Meine Witwer können sich frei verpaaren. - Dabei werden sie in ihren Zellen eingesperrt. Sogleich wird die gleiche Anzahl auf den Schlag gesetzt. Es werden die besten Witwer, die ihre Leistung schon unter Beweis gestellt haben, freigelassen. Sie suchen sich ihr Weibchen aus. Dieses ausgesuchte Weibchen wird dann in das eine Abteil in der Zelle eingesperrt. Der Vogel bleibt davor sitzen um eventuelle Beißereien auszuschließen, wird die Zelle verschlossen. Sodann lasse ich die restlichen Witwer frei und diese können ihre Partnerinnen dann nach freien Stücken aussuchen.



Frage 2): Gibt es bei Dir die trockene Witwerschaft?

H. Wieden:


Ich praktiziere die trockene Witwerschaft. Die erste Anpaarung erfolgt am 20. Februar. 6 Tage lasse ich die Paare brüten. Die zweite Anpaarung erfolgt bei mir 18 Tage vor der letzten Vortour, dann stelle ich um auf Witwerschaft. Die alten und jährigen Vögel behandele ich alle gleich.


P. Roosen:


Die trockene Witwerschaft mache ich nur bei den alten Tauben. Diese lasse ich 2 x 6 Tage brüten. Die erste Anpaarung ist am 01. Dezember, die zweite am 02. März.
Mit den jungen Vögeln verfahre ich anders, hier ziehe ich lieber ein Junges groß, um die Zellenliebe zu fördern. Jedoch paare ich diese auch am 01. Dezember an und lasse sie dann bei den Jungen, bis sie 18 Tage alt sind und setze die Jungen mit den Weibchen ab.
Die zweite Verpaarung erfolgt dann – wie gesagt – am 20. März. Hier brüten sie dann bis zu 6 Tage. Nicht länger, denn sonst würde die erste Feder zu früh gestoßen.
Andere Systeme habe ich auch schon probiert. Die guten zeigten dann sehr gute Leistung und die „schlechteren“ waren auch nicht besser. Meine Weitstreckentauben verpaare ich im März, so dass ich auf den ersten Preisflügen auf Junge beginne zu reisen. Ich lasse sie dann aber nicht wieder brüten, das Weibchen wird dementsprechend eher vom Schlag entfernt.


P. Schlechtriem:


Nein. Früher habe ich mal trockene Witwerschaft gemacht, aber das ist schon lange her. Bei mir müssen die Witwer im Frühjahr sowie zum Ende der Flüge Junge aufziehen. Bei mir beginnt die Saison mit Aufziehen der Jungen und endet vor den letzten Flügen mit dem Aufziehen von Jungtauben. Ich bin der Meinung, dass das die Schlagliebe fördert und mein ganzes System habe ich danach aufgebaut.


P. Janssen:


In diesem Jahr habe ich erstmalig meine gesamte Reisemannschaft alt und jährig am 01.November 2003 verpaart und Junge aufziehen lassen. Auf 14 Tage alte Junge wird getrennt, so dass die Weibchen und Vögel alleine 1 Jungtier bis zum 22. Tag großziehen. Die Vögel werden dann ein zweites Mal auf den 1. Preisflug abgestimmt angepaart und kurzzeitiges Brüten von 5 Tagen praktiziert.


Fam. Houben:


Wir machen im Moment keine trockene Witwerschaft. Alle unsere Witwer haben in diesem Jahr ein oder zwei Junge aufgezogen. Die letzten 3 Jahre probierten wir beide Systeme aus. Von einem Teil zogen wir Junge, vom anderen Teil wandten wir die trockene Witwerschaft an. Wir konnten keinen Unterschied in der Reiseleistung feststellen.


B. Beumer:


Wir reisen die alten Tauben auf trockene Witwerschaft, d.h. nach fünf Tagen Brütezeit wird umgestellt. Die Jährigen ziehen ein Gelege auf, um zellenfest zu werden.


G. Koopman:


Ab zweijährige Witwer werden zweimal gepaart. Ca. 13. Februar und Mitte März, sie können dann jeweils 6 Tage brüten, die Weibchen werden nach 4 Tagen vom Schlag entfernt. Die jährigen Tauben bei mir werden auch am13. Februar verpaart, aber diese Vögel ziehen mit dem Weibchen zwei Junge groß. Auch dürfen sie anschließend noch 6 Tage brüten. Frage: Hast du nicht Bedenken, dass sie zu früh die erste Feder stoßen? Antwort: Das wäre nicht so schlimm, weil bei uns ist die Reisesaison für Jährige nicht mehr zu so einem späten Zeitpunkt, dass es schädlich sein könnte.


P. Herbots:


Wir ziehen im Dezember bei allen Witwern Junge auf. Bei der zweiten Anpaarung im März werden unsere Witwer verpaart, sie dürfen 6 Tage brüten, wo nach 4 Tagen das Weibchen vom Schlag entfernt wird, um das frühe Stoßen der Federn zu vermeiden.


SG Horst Flege:


Die Vögel werden nach der trockenen Witwerschaft gespielt. Das erste Anpaaren erfolgt etwa Mitte Februar. Die Tiere werden nach ca. 8-tägigem Bebrüten des Geleges wieder getrennt. Der zweite Anpaarungstermin wird so gewählt, dass die Tiere zum ersten RV-Vorflug auf etwa 5-6 Tage alten Eiern eingekorbt werden.


K. Meulemans:


In den letzten Jahren praktizierte ich die trockene Witwerschaft. Das heißt, ich verpaare meine Tauben am 20. März und lasse dann die Eier überbrüten. Auch zog ich bei meinen Witwern Junge groß. Dabei musste ich feststellen, dass hier kein großer Unterschied vorlag. Jährige Vögel sollten nach meinem Dafürhalten Junge aufziehen, um die Nestliebe zu fördern.


M. Vanlint:


Ich spiele die totale Witwerschaft. Vogel und Weibchen werden beide eingesetzt. Die trockene Witwerschaft habe ich auch schon praktiziert und ein Junges aufgezogen; hier sehe ich generell keinen Unterschied. An dieser Stelle möchte ich aber noch einmal auf die totale Witwerschaft eingehen. Das Spielen mit dem Vogel und Weibchen verlangt ein besonderes Fingerspitzengefühl und die objektive Erkenntnis, ob der Vogel oder das Weibchen ein Verlangen nach dem jeweiligen Partner hat. Dieses muss man als Züchter erkennen, um das Beste hierbei zu erreichen. Es sollen die Weibchen nicht zum Legen kommen. Wenn man dieses Fingerspitzengefühl nicht hat, sollte man lieber nur einen Partner schicken.





Frage 3): Machst Du bei den Witwern vorher noch eine Kur und wann?

H. Wieden:


Ja. Nur gegen Trichomonaden 5 Tage lang. Andere Kuren nur dann notwendig, wenn vom Tierarzt empfohlen und auch nur dann in der Zeit zwischen den beiden Gelegen.


P. Roosen:


Ja. Ich mache nach der Reisesaison eine Kur von 6 Tagen gegen Trichomonaden. Jedes Jahr mache ich auch eine Kur mit Altabactine oder Para Stop. Normalerweise mache ich das im Februar, aber in diesem Jahr habe ich die Kur schon im November durchgeführt.


P. Schlechtriem:


Ich gebe meinen Tauben nur Medikamente auf Anraten des Tierarztes.


P. Janssen:


Nach Absetzen der Jungtauben bis zur Neuverpaarung werden erforderliche Impfungen und Untersuchungen durchgeführt. Je nach Befund wird eine Behandlung nach Anweisung des Tierarztes vorgenommen. Ich habe noch nie gegen Salmonellose geimpft.


Fam. Houben:


Bei uns bekommen die Witwer vor der Reise eine Kur gegen Trichomonaden. Dies ist für uns notwendig, um 100 % sicher die Flugsaison zu beginnen. Mit Würmern oder Kokzidien haben wir keine Probleme. Darum haben wir schon lange Zeit keine Kur mehr verabreicht. Die Behandlung gegen Trichomonaden machen wir, wenn die Paare zusammen sind, also kurz vor Beginn der Reisesaison.


B. Beumer:


Wir machen grundsätzlich keine vorbeugenden Kuren, sondern behandeln die Tauben nur, wenn der Tierarzt Marien Krankheiten feststellt.


G. Koopman:


Bei mir werden die Tauben keiner Kur unterzogen, weil ich der Meinung bin, sie müssen in den Wintermonaten Abwehrkräfte entwickeln um widerstandsfähig zu sein. Im übrigen sehe ich an meinen Tauben, ob ihnen etwas fehlt. Sollte eine Krankheit wirklich vorhanden sein, lasse ich vom Tierarzt meine Tauben auf die Krankheit behandeln. Meine erste Kur gegen Trichomonaden mache ich erst nach dem 3. Flug, weil ich meine, dass sie sich im Kabinenexpress anstecken könnten. Hier muss ich reagieren, weil man kann sich in der Saison keine Fehler leisten.


P. Herbots:


Im Winter bekommen unsere Tauben keine Kuren. Sie müssen dann ihre Widerstandskraft selber aufbauen. Erst einen Monat vor der Reise werden sie durch meinen Sohn als Tierarzt untersucht und dann nach Bedarf einer Behandlung unterzogen.


SG Horst Flege:


Auch wenn kein tierärztlicher Befund vorliegt, werden die Witwer unmittelbar vor der Reise gegen Trichomonaden behandelt. Hier bin ich der gleichen Meinung wie Fam. Houben, die auch ohne Befund eine Trichomonadenkur verabreicht.


K. Meulemans:


Dieses entscheidet mein Tierarzt durch Kontrolle und Untersuchung meiner Tauben. Generell mache ich prophylaktisch keine Trichomonadenkur. Jedoch während der Reisesaison beginnt die erste Kur gegen Trichomonaden nach dem dritten Preisflug wegen der Ansteckungsgefahr im Kabinenexpress. Diese wiederhole ich etwa in 3-4 wöchigen Abständen. Wie schon gesagt, jegliche andere Kuren vor der Reise entscheidet der Tierarzt nach dem Untersuchungsbefund.


M. Vanlint:


Natürlich müssen die Tauben supergesund sein. Ca. 1 Monat vor Beginn der Reise mache ich eine Kur gegen Trichomonasis, auch müssen sie frei sein von Kokzidiose und Würmern. Um diesen Gesundheitszustand zu erreichen, bin ich in den besten Händen beim Tierarzt Raf Herbots. An jedem 1. eines Monats nehmen wir eine komplette Untersuchung vor. Wenn die Nasen und Augenränder kreideweiß und trocken sind, dann muss man keine Angst haben, es braucht dann auch keine Kur gegen die oberen Luftwege und gegen Schnupfen gemacht werden. Ich denke, der Schlagaufbau spielt hierbei eine sehr große Rolle.



Frage 4): Nach welchen Kriterien wird die neue Mannschaft zusammengestellt?

H. Wieden:


Hier stimme ich Pros Roosen zu. Ausschließlich nach bisherigen Leistungen. Auch bei den Jungtauben zählen nur die errungenen Preise. Zwei frühe Preise sind besser als 5 mittelmäßige.


P. Roosen:


Bei mir natürlich nach Leistung. Ich stellte und stelle immer wieder fest, dass die besten immer aus der gleichen Linie sind. So kommt es auch schon mal vor, dass ich einen Bruder zum Asvogel aus der Linie behalte. Eine nicht in meiner Linie gezogene Taube übersteht den Winter nur bei absoluter Topleistung, die Spitze und noch mal Spitze geflogen haben muss. Es zählt bei mir nicht die Anzahl der Preise, die in der Mitte der Preisliste gemacht worden sind.
Frage an Pros Roosen: Was sind gute? Ach, Berend, ich schildere dir ein Zitat von Jan Grondelaers: „Die guten musst du wegmachen und nur die sehr guten behalten.“ Dann kam ein großes Gelächter auf. „Gute sind nur so lange gut, bis es bessere gibt.“


P. Schlechtriem:


Nach absoluter Topleistung und nur nach Leistung.


P. Janssen:


Die neue Reisemannschaft besteht bei mir aus bewährten Reisetauben der letzten Jahre sowie nach Leistung und Abstammung hinzugeführte jungen Vögel.


Fam. Houben:


Sortiert werden die Witwer bei uns nach Beendigung der Reisesaison. Nur Tauben mit absoluter Topleistung können auf dem Witwerschlag verbleiben. Andererseits halten wir aber auch immer ein Auge auf die Abstammung und auf die Beurteilung in der Hand. Nicht immer sind die schönsten auch gleichzeitig die besten. Das allergrößte Beispiel ist wohl unser bekannter „Sony“. Dieser Vogel setzt Jef, mein Vater, als Jung in einen Korb, wie sich ein deutscher Züchter seine Jungen aussuchen konnte. Unser Glück war, der Sony war keine schöne Taube wie man sie so gerne hätte in der Hand. So kam er wieder zurück auf den Schlag, wo er dann eine Zelle bekam. Über Sonys Reiseleistung Worte zu verlieren, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Doch einige Leistungen:
1. As-Duif Mittelstrecke Reisduif 1985
2. Nationale As-Duif KBDB 1985
3. As-Duif Belg. Duivensport 1987
4. As-Duif De Reisduif 1987
und wohl mit unser bester Zuchtvogel, den wir besaßen.


B. Beumer:


Hier wird natürlich das Ergebnis der Jungtierreise mit in die Betrachtungen einbezogen. Es kommt dabei weniger darauf an, wie viele Preise die junge Tauben geflogen hat, sondern in erster Linie, wie sie sich insgesamt verhalten haben, z.B. haben wir es ganz gerne, wenn eine Taube montags wieder heimkommt und dafür am anderen Sonntag einen frühen Preis fliegt. Im übrigen muss auch die Handbewertung zufriedenstellend verlaufen. Sind genügend Jungtauben für die Reisemannschaft zur Auswahl vorhanden, bestimmt natürlich auch das äußere Erscheinungsbild und die Abstammung (Leistung von Geschwistern) mit, welche Taube letztlich in den Reiseschlag kommt.


G. Koopman:


Meine Reisemannschaft wird wie folgt zusammengestellt: Aus meinen früh gezogenen Jungtieren, die ca. 14 Flüge absolviert haben, kann ich sehr streng selektieren. Meine spät gezogenen Jungen, die nur einige Flüge machen können, da gehe ich nach der Familie und meine Handauslese vor. Obwohl ich nicht ein großer Könner bin, dass ich mich darauf verlassen möchte. Die dann übrig gebliebenen Vögel kommen auf den Reiseschlag. Bei meinen alten Vögeln ist klar, dass diese eine absolute Topleistung gebracht haben müssen, um den Winter zu überstehen. Bei mir werden die Witwer nicht so selektiert, um die Witwerzellen wieder alle für die Saison belegt zu haben.


P. Herbots:


Unsere besten Jungtauben, die natürlich auch Spitze geflogen haben müssen, kommen auf den Witwerschlag. Natürlich sehen wir es gerne, wenn die Abstammung auch dazu passt. Wir stellen oft fest, dass unsere besten Jungtauben auch oft die besten Jährigen werden.


SG Horst Flege:


Um oben zu spielen in der Meisterschaft, muss man sehr hart selektieren Nur die allerbesten Vögel können in der Witwermannschaft verbleiben bzw. neu aufgenommen werden.


K. Meulemans:


Schon bei den Jungtierflügen achte ich auf gute Leistungen. Ansonsten denke ich, gibt es hier nicht viel zu sagen. Nur das beste vom besten hat die Chance, auf den Witwerschlag zu gelangen.
Natürlich spielt bei mir die Abstammung eine sehr große Rolle, weil ich immer wieder feststelle, dass aus gewissen Linien halt die guten Tauben kommen. So bekommt schon mal eine Taube eine Extrachance, ihre Leistung auf dem Witwerschlag als jährig zu beweisen.


M. Vanlint:


Meine Mannschaft wird nach den Ereignissen und Leistungen der letzten jeweiligen Saison zusammengestellt. Alle meine Reisetauben haben von April bis Mitte September an den Flügen teilgenommen, d.h. an jedem Wochenende. Auch müssen alle Jungtauben bei mir an jedem Wettflug teilnehmen, sogar an den 4 Nationalflügen werden sie eingesetzt. Hierbei möchte ich erwähnen, dass die Erfahrung sehr wichtig ist für die zukünftige Orientierung. Wenn man diese Kriterien zugrunde legt und die Leistungen abwägt, ergibt sich von alleine die Mannschaft für die neue Saison.





Frage 5): Wie ist die Fütterung bis 4 Wochen vor dem 1. Preisflug?

H. Wieden:


Meine Tauben bekommen während der Anpaarungszeit gutes Zucht- und Reisefutter. In den Pausen Winterfutter, ab der ersten Vortour dann leichtes Reisefutter.


P. Roosen:


Die Witwer bekommen bei mir bis 4 Wochen vor dem 1. Preisflug sehr gutes Mauserfutter, angereichert mit ca. 30 % Gerste und leichtem Futter (Diät). Dieses Futter wird auch nicht verändert bis 120 - 160 km. Je nach Witterung und Schwere des Fluges wird dann etwas schwereres Futter und Mais zugefüttert. Ich denke, dass die meisten Züchter zu schwer füttern.


P. Schlechtriem:


Ich halte es so wie Pros Roosen, 1/3 Gerste, 1/3 Diät, 1/3 Sportmischung, um die Tauben in einem entschlackten Zustand zu erhalten.


P. Janssen:


Nach der Trennung der Witwer wird leicht gefüttert. Versele plus mit 20 %igen Möhren- und Korrelzusatz. Vor dem zweiten Anpaaren wird stufenweise auf spätere Futtersorten umgestellt.


Fam. Houben:


Die Witwer bekommen nach der Mauser bis vor der Reise leichtes Futter, weil sie über Winter festgehalten werden müssen. Das Futter besteht aus 65 % Diät, 30 % Gerste und 5 % Mais. Sie werden um die Mittagszeit gefüttert und bekommen einen Suppenlöffel Futter am Tag.


B. Beumer:


Wir füttern ein Drittel Mischfutter, ein Drittel Gerste und ein Drittel Diät.


G. Koopman:


Mein Futter ist nach der Mauser so zusammengestellt: 30 % Gerste, 30 % Mauser und der Rest Sportmischung. Dieses Futter bekommen meine Witwer bis ca. den 4. Preisflug. Hier ist natürlich auch die Witterung zu beachten. Aber bei mir haben die Witwer immer Futter im Trog, d.h., sie bekommen erst etwas neues, wenn der Futtertrog leer ist und das letzte Korn Gerste gefressen ist. Erst dann bekommen sie etwas neues. Das heißt, ich füttere meine Witwer nicht zu einer bestimmten Uhrzeit, sondern nach Bedarf, wenn eben dieser Trog leer ist.


P. Herbots:


In der Winterzeit nach der Mauser bekommen unsere Witwer 50 % Reisemischung und 50 % Diät bis einige Wochen vor dem 1. Preisflug.


SG Horst Flege:


Die Witwer werden bis etwa 4 Wochen vor Beginn des ersten Preisfluges sehr leicht gefüttert. Das Futter besteht aus einer handelsüblichen Zucht- /, Reise- / und Mausermischung der Gerste, Hafer und Paddyreis zugesetzt wird.


K. Meulemans:


Meine Futtermischung sieht wie folgt aus: Ich nehme das beste Zucht- und Reisefutter und gebe die gleiche Menge Gerry Plus von Versele dazu. Auch füttere ich dieses Futter bis 240 km, jedoch immer knapp, weil bei mir das Hauptaugenmerk auf der Weitstrecke liegt und ich die Form zu einem späteren Zeitpunkt erst brauche.
Mein Rat an alle Züchter: Füttere nie deinen Witwer satt, d.h. wenn er Fett angesetzt hat, ist es sehr schwer, ihn wieder zu einem schlanken Athleten zu trimmen.


M. Vanlint:


Die Fütterung bis 4 Wochen vor dem 1. Preisflug besteht aus leichtem Futter am Morgen und sehr gutem Futter am Abend. Meine Tauben bekommen zweimal pro Tag Training und müssen 35 Minuten Minimum fliegen.
Ich sage immer, wer viel arbeitet, muss auch gut essen. Das ist auch bei den Tauben so. Jedoch muss man dieses sehen und auch fühlen können. Hierbei sollte man die Tauben regelmäßig in die Hand nehmen. Wichtig ist hierbei auch wieder der gesundheitliche Befund.


FAZIT:


Ob man vor der Reise eine Kur gegen Trichomonaden macht oder nicht, das sollte allein der Tierarzt entscheiden. Sicherlich kann man Tauben ständig Kuren unterziehen, aber ob das fördernd für die Widerstandskraft der Taube ist, wage ich zu bezweifeln. Viele von uns haben schon einmal eine Ausnahmetaube gehabt. War diese jemals krank? Sie zeigt sich immer im „Sonntagskleid“. Was heißt das? Supertauben müssen doch wohl eine hohe Widerstandskraft haben. Darum bin ich der Meinung, Kuren nur, wenn der Tierarzt es für erforderlich hält.
Was mir bei den vorgenannten Antworten besonders auffiel, ist, dass bei der Fütterung nach der Mauser bis ca. 4 Wochen vor der Reise doch eine sehr große Übereinstimmung besteht.



Teil II

Frage 1): Viele Züchter müssen ihre Tauben wegen des Raubvogels in der Voliere festhalten. Wann sollte man mit dem Freiflug beginnen? Wie gehst du mit der Problematik um, um eventuelle Muskelschäden usw. zu vermeiden?




B. Kohagen: Der Freiflug richtet sich nach dem Flugplan des jeweiligen Züchters. Ich beginne Mitte März mit dem Freiflug meiner Tauben. Um Muskelschäden zu vermeiden, sollte man den Freiflug der Tauben zeitlich steigern. In der ersten Woche bestimmen die Tauben ihren Freiflug selbst, um sich an die Belastungen zu gewöhnen. Daher kenne ich das Problem in Bezug auf Muskelschäden nicht.





K. Stieneker: Auch wir müssen in den Wintermonaten unsere Reisetauben vor den Greifvögeln schützen. Seit dem 20. Sept. 2006 sind unsere Tiere nicht mehr in der Luf gewesen. Schade eigentlich - denn es ist immer wieder etwas faszinierendes die Breiftauben am Himmel fliegen zu sehen. Ich werde gegen Mitte März versuchen, die Tauben gegen Spätnachmittag fliegen zu lassen. Dieses werde ich einige Male wiederholen. Nach etwa 2 Wochen fangen die Tiere langsam an, wieder ihre Runden zu drehen. Anschließend beginne ich mit dem privaten Training. Beginnend mit ca. 5 Kilometern. Da ich schon häufiger Tauben, die schief flogen, hatte, versuche ich, dass die Tiere in den ersten Freiflugtagen möglichst nicht sofort wieder mit Tempo und Ausdauer fliegen.





G. Verbruggen: Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich mit dem Raubvogel sehr wenig Probleme im Winter habe. Ich lasse meine Witwer nicht jeden Tag fliegen, sondern nur einmal pro Woche. Und dann auch nur bei gutem Wetter. Mit der Muskulatur habe ich keine Probleme, ich denke, es beruht darauf, dass ich die Tauben einmal pro Woche Freiflug gebe. Diejenigen, die Probleme mit den sogenannten Schieffliegern haben, würde ich auch empfehlen, die Tauben einmal in der Woche fliegen zu lassen und auf jeden Fall zu verschiedenen Uhrzeiten. Beim Freiflug der Witwer oder Jungtauben verwende ich eine CD auf höchste Lautstärke mit Schrei eines Uhus zur Abschreckung des Greifvogels.





F. Sander: Wir beginnen mit dem Freiflug Mitte Februar. Je eher man seine Tauben wieder am Haus fliegen lassen kann, desto besser für die Konstitution und die Kondition der Witwer. Das "Schieffliegersyndrom" ist ein aktuelles Problem, von dem wir bisher noch nicht betroffen waren. Mit Beginn des Freifluges sollte die Fütterung angepaßt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen, die eventuell das Schieffliegen begünstigen. Unsere Tauben bekommen dann eine eiweiß- und fettreiche Mischung!



Frage 2): Ist es von Vor- oder Nachteil, dem Witwer von November bis März keinen Freiflug zu geben?

B. Kohagen:


Ich selbst setze meine Witwer von November bis März fest und sehe darin keinen Nachteil. Meiner Meinung nach ist es kein Nachteil, dass die Tauben von November bis März keinen Freiflug haben, sondern eher ein Vorteil, der darin besteht, dass die Tauben schneller durch die Mauser kommen.


K. Stieneker:


Ich denke, dass es weder Vor- noch Nachteile hat. Hätte ich nicht die Probleme mit dem Greifvogel, würde ich die Tauben in den Wintermonaten bei gutem Wetter sicherlich ein- bis zweimal pro Woche fliegen lassen. Vielleicht ein kleiner Nachteil, wenn man die Tiere ab Mitte März wieder fliegen lassen muß, dass sie ohne Folgen dere Muskelschäden schnell wieder fliegen lernen müssen.


G. Verbruggen:


Ich glaube, dass es sehr nachteilig ist, die Witwer den ganzen Winter über festzusetzen. Darum sollte man sie wenigstens einmal pro Woche Freiflug geben. Jedoch bei der Landung auf dem Schlag sofort hereinrufen.


F. Sander:


Unsere Tauben haben früher - bis 1998 - im Winter immer Freiflug gehabt. Seit dieser Zeit sitzen unsere Witwer von ca. Mitte August bis Mitte Februar fest. Einen Nachteil dadurch konnten wir bislang nicht feststellen.



Frage 3): Sollte man bei einer ungünstigen Lage in der RV die Tauben selbst trainieren oder nur mit der RV im gemeinschaftlichen Kabinenexpreß?

B. Kohagen:


Es gibt keine ungünstige Lage, es kommt immer auf die Vorbereitung der Tauben an. Sicherlich ist das Training in der Gemeinschaft von Vorteil, aber leider kann man nicht alle Sportsfreunde davon überzeugen.


K. Stieneker:


Über dieses Thema mußte ich schon häufig Rede und Antwort stehen. Ich selber glaube nicht an die "ungünstige" Lage. Wurde mir früher des öfteren schon vorgehalten, ich hätte in der RV Greven die "Superlage" (ca. 15 km in Flugrichtung hinter der Stadt Greven), hatte ich damals meine Tochter Franziska in der RV Lengerich angemeldet (ca. 4 Km vor der Stadt Lengerich). So hätten wir in Lengerich keine Erfolge haben dürfen. Die Erfolge der beiden Mädels sind wohl allgemein bekannt. Ich will nicht ausschließen, dass der Wind nicht den einen oder anderen (vor allen Dingen bei kurzen Flügen) beeinflussen kann. Aber im Laufe eines Reisejahres gleicht es sich doch meistens wieder aus. Ich trainiere sowohl die alten als auch die jungen Tauben ca. 3 -4 Mal privat und danach kommen sie mit der RV in den gemeinschaftlichen Kabinenexpreß.


G. Verbruggen:


Meiner Meinung nach sollte man - wie ich es durchführe - die Tauben zweimal pro Woche wegbringen. Dadurch lernen sie doch am besten, sich in der richtigen Richtung einzufliegen. Ich denke auch, dass sie sich dann später während der Preisflüge eher von dem Schwarm trennen werden.


F. Sander:


Ich halte sehr viel von privaten Trainingsflügen, unabhängig von der Lage innerhalb der RV. Das private Training konditioniert die Tauben und gibt ihnen Selbstvertrauen für ihre späteren Aufgaben. Nach einer ausreichenden Anzahl von Trainingsflügen sollten unbedingt die RV-Flüge beschickt werden, denn auf den Vorflügen lernt die Taube das Lösen aus dem Schwarm (wenn sie auf den privaten Vortouren das nötige Selbstvertrauen gesammelt hat).



Frage 4): Sollte man versuchen, seine Witwer unter Geschwindigkeit (Speed) zu trainieren, indem man verschiedene Anreize schafft, um ihnen das "Trödeln" und "bummeln" nicht anzuerziehen. Wie kann man das am besten erreichen?

B. Kohagen:


Ich schließe mich der Meinung von Herrn Stieneker an. Ich habe hiermit keine Erfahrung gemacht. Sicherlich bringe ich meine Witwer privat weg, in 2006 habe ich sogar noch bis zum 2. Preisflug Junge aufziehen lassen und meine Erfolge sind hinreichend bekannt. Also unter Speed trainiere ich nicht.


K. Stieneker:


Zu diesem Thema kann ich selber nicht viel sagen. Ich weiß, dass es Züchter gibt, die es auf diese Art und Weise machen. Bei uns habe ich noch nie Wert darauf gelegt, bei den ersten Trainingsflügen zwecks Motivation etwas besonderes zu veranstalten, um die Tauben schneller nach Hause zu bekommen; es fällt wohl auf, dass mit jedem Trainingsflug (vom gleichen Startplatz) die Tauben immer schneller nach Hause fliegen. Ich denke, dass es bei unseren Tieren im Blut liegt, schnellstens in den Heimatschlag zurückzukehren.


G. Verbruggen:


Witwer müssen dem Züchter gehorchen. Wenn sie 1 Stunde geflogen haben und ich sie rufe, habe sie sofort in den Schlag zu kommen. Sie haben sich nicht auf den First abzusetzen und dort herumzuturnen. Denn daran können sie sich gewöhnen. Die Frage, unter "Speed" bzw. Geschwindigkeit trainiere ich nicht. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, 1 Stunde Training am Haus, leicht füttern und dann anschließend die Witwer wegzubringen. Dieses "gehorchen" fängt bei den Jungtauben an. Bei nur einem Pfiff haben sie in den Schlag zu fliegen, ansonsten gibt es kein Futter.


F. Sander:


Wir trainieren unsere Witwer nur auf "Treiben". Um den 20.März werden die Witwer angepaart und ab dem 22./23. März wird mit dem Training begonnen. Sollten die Weibchen legen, wird sofort das Ei entfernt. Auch das zweite Ei wird sofort weggenommen. Die Witwer treiben ca. 20 Tage. Ich denke, dass dadurch eine gewisse Geschwindigkeit zum Heimatschlag gefördert wird.



Frage 5): Wie oft und wie weit trainierst du deine Witwer bis zum 1. Preisflug?

B. Kohagen:


Vor dem ersten Preisflug trainiere ich meine Witwer 10 - 12 Mal. Ich beginne mit 5 Km und steigere bis auf 60 Km Entfernung.


K. Stieneker:


Vor dem 1. Preisflug werden unsere Reisetauben etwa 6-8 Mal privat und 3 Mal mit dem RV-Fahrzeug trainiert. In den letzten Jahren haben wir es immer so gemacht, geschadet hat es nicht. Die Tauben kommen dann Woche für Woche immer besser in Form und halten diese dann auch bis über den Endflug hinweg.


G. Verbruggen:


Ich trainiere meine Witwer auf 20, 50 und 70 Kilometer. Ab dann nehmen sie an den Flügen der RV teil.


F. Sander:


Die Tauben werden ca. 15 Mal privat trainiert. Die Entfernungen sind 4, 4, 12, 12, 12, 25, 35, 35 Kilometer. Weiter als 35 Kilometer wird nicht privat trainiert.



Frage 6): Ist es sinnvoll, während des privaten Trainings die Weibchen zu zeigen?

B. Kohagen:


Ob es sinnvoll ist, kann und mag ich nicht zu beantworten. Während des privaten Trainings lasse ich meine Witwer und Witwerinnen gemeinsam auf. Ich spiele die totale Witwerschaft.


K. Stieneker:


Da wir vor den Preisflügen weder Vogel noch Weibchen zeigen, führen wir donnerstags unseren wöchentlichen Trainingsflug durch. Wir fahren immer zum gleichen Startplatz (ca. 37 Km) und lassen dann Vögel und Weibchen immer gemeinsam los. Bei der gemeinsamen Ankunft dauert es schon manches Mal ein wenig länger, bis die letzten in den Schlag kommen, aber das halte ich nicht für schlimm .Sie verbleiben dann ca. 1 Stunde im Schlag zusammen. Das war es dann für die ganze Woche in Bezug auf "Zeigen".


G. Verbruggen:


Meines Erachtens sollte man beim Training nicht die Weibchen zeigen. Ich denke, dass der Witwer dadurch schneller das Interesse am Weibchen verliert. Die Spannung geht verloren. Diese Spannung sollte möglichst ja auch 14 Wochen anhalten.


F. Sander:


Bei der Rückkehr von einem privaten Trainingsflug (egal ob vor oder in der Saison) halte ich es für wichtig, die Weibchen immer zu zeigen.



Frage 7): Werden noch standardmäßige Kuren vorgenommen?

B. Kohagen:


Natürlich kure ich meine Reisetauben vor Beginn der Reisesaison. Wenn die Frage lautet, ob ich spontan meine Tauben kure, dann kann ich dieses mit nein beantworten.


K. Stieneker:


Durch Dr. Fernand Marien habe ich gelernt, dass man nicht immer die sogenannten blinden Kuren durchführen sollte. Es gibt bei uns nach der Reise (ca. Ende September) eine Kur über ca. 10 Tage mit Ronidazol. Anfang Dezember wird der gesamte Taubenbestand gegen Paramyxo geimpft. Normalerweise gibt es dann Anfang April (kurz vor der Reise) nochmals die Kur mit Ronidazol, weitere Kuren werden normalerweise nicht durchgeführt.


G. Verbruggen:


Ich habe in den letzten 5 Jahren immer ca. 2 Monate vor dem Anpaaren eine Paratyphuskur durchgeführt. Dieses bei den Witwern sowie bei den Zuchttauben. Dann folgt noch die durchzuführende Paramyxoimpfung, und wenn die Tauben brüten, wird noch eine Kur gegen Trichomonaden gemacht. Wie gesagt, dieses mache ich seit 5 Jahren.


F. Sander:


Bei uns werden vor dem Anpaaren alle Tauben gegen Trichomonaden und Salmonellen gekurt.



Frage 8): Was hältst du von einer Paratyphusimpfung und wann sollte man sie durchführen? Ist man dann verpflichtet, diese Impfung in jedem Jahr zu wiederholen?

B. Kohagen:


Mein Bestand wird im November gegen Paratyphus, Pocken und Paramyxo geimpft und im April wird gegen Trichomonaden gekurt. Verpflichtet ist man nicht, aber es ist ratsam, diese Impfungen jährlich zu wiederholen. Nur so kann ein konstanter Schutz der Tauben aufgebaut werden.


K. Stieneker:


Ich halte absolut nichts von dieser blinden Kur gegen Paratyphus. Bei uns wurde in den letzten Jahren noch niemals dagegen gekurt und wird es auch nicht in den nächsten Jahren geben. Meine Meinung wird sich ändern, sobald ich Probleme mit dieser Krankheit bekommen sollte. Von diesem Zeitpunkt an würde ich sicherlich vorsorglich etwas unternehmen müssen.


G. Verbruggen:


Deine Frage habe ich schon unter Punkt 7. schon bereits beantwortet. Jedoch wenn man einmal gegen Paratyphus geimpft hat, weiß ich nicht, ob man diese in jedem Jahr wiederholen muß. Ich denke, hier ist ein Tierarzt gefragt. Wir machen es seit 5 Jahren.


F. Sander:


Ich halte nichts von einer Paratyphusimpfung, da diese Impfung keinen 100 %igen Schutz gegen alle Salmonellenstämme bietet. Da vor Durchführung einer solchen Impfung die Tauben sowieso gekurt werden müssen, halten wir die Impfung aus den oben genannten Gründen für nicht erforderlich.



Frage 9): Wie vermeide ich hohe Verluste der Jungtauben am Hause, wenn die Trainingsflüge der Witwer privat, in Gemeinschaft, in den RVen usw. beginnen? Was kann man ändern, wenn man in solchen Überflugschneisen seinen Wohnsitz hat?

B. Kohagen:


Man sollte bei Trainings-, Preis- oder privaten Wettflügen die Jungtauben im Schlag lassen, damit sie sich nicht unter die Witwer mischen und mitziehen. Jungtauben müssen erst lernen, sich am Haus zu orientieren. Das wichtigste ist wohl die absolute Gesundheit. Gesunde Jungtauben verliert man nicht so schnell am Hause. Wenn man in sogenannte "Überflugschneisen" wohnt, sollte man den Jungtauben grundsätzlich an den Flugtagen keinen Freiflug gewähren. Nur so kann man den Verlust gering halten. Es ist nicht möglich, in Deutschland gewisse Tage als Trainingstage und Preisflugtage zu bestimmen.


K. Stieneker:


Dieses ist schon ein sehr großes Problem in unserem Hobby. Wir selber haben auch immer wieder mit vorbeiziehenden Schwärmen und auch kleineren Trainingsgruppen zu tun. Ich denke, dieses müßte von "oben" mehr gesteuert werden. Vor einigen Jahren beschwerte sich ein Züchter bei mir, dass ich als Flugleiter unserer Region dafür zu sorgen hätte, dass nicht jeden Mittwoch die ganze RV die Tauben bei ihm loslasse. Da dieses Problem fast jeder Züchter in ganz Deutschland hat (denn nahezu jeder Züchter trainiert seine Tauben und diese fliegen dann auch wieder bei anderen Züchtern her), könnte man vielleicht von "oben" - damit meine ich den Reginalverband und eventuell den Verband - es ein wenig steuern, indem man sagt, dass z.B. am Mittwoch und Donnerstag am Vormittag die Trainingsflüge stattfinden sollten und man kann dann anschließend seinen Jungtauben Freiflug geben.


G. Verbruggen:


Das wichtigste ist meines Erachtens die Gesundheit einer jeden Jungtaube. Gesunde junge Tauben finden ihren Heimatschlag wieder. Auch sollte man nicht so lange mit dem Trainieren warten. Spätestens drei bis vier Monate nach dem Schlüpfen, sollte man mit dem Training beginnen. "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr".


F. Sander:


Das muß jeder für sich selbst herausfinden. Unsere Jungtauben haben in der Regel vormittags für ca. 3 Stunden Freiflug. Zur Zeit der Trainingsphase sind die meisten Jungtiere noch klein und ziehen noch nicht mit.



*** Ende des Interviews ***

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